Monthly Archive for June, 2009

Verzögerter Start eines Dienstes dank MsiServiceConfig Tabelle

Ab Microsoft Windows Installer 5.0 kann die MsiServiceConfig Tabelle verwendet werden, um einen Dienst verzögert zu starten.
Der Service Control Manager (SCM) wurde mit dieser Option in Windows Vista erweitert.
Mit der MsiServiceConfig Tabelle können diese neuen Funktionalitäten des SCM für einen Dienst konfiguriert werden.

Einen Dienst verzögert zu starten soll helfen die Zeitspanne eines Systemstartes zu optimieren. Wenn ein Dienst nicht unmittelbar zum Zeitpunkt des System Start benötigt wird, so kann dieser zu einem späteren Zeitpunkt  gestartet werden. Ein Dienst der verzögert gestartet wird, wird innerhalb von 2 Minuten nach dem System Start gestartet. Ein Setup Autor kann nun bei einem Dienst entscheiden, ob dieser sofort zur Verfügung stehen muss, oder ob es sich um einen Dienst einer Anwendung handelt, welcher auch zu einem späteren Zeitpunkt gestartet werden kann.

Der Dienst selber wird wie gewohnt über die ServiceInstall Tabelle installiert und über die ServiceControl Tabelle gestartet, ggf. gestoppt oder gelöscht.

Sollte die MsiServiceConfig Tabelle nicht im Schema der Installation sein, so kann die Tabelle mit Orca 5.0 oder einem Setup Authoring Tool (welches die Windows Installer 5.0 Technologie unterstützt) erstellt werden.

MsiServiceConfig

Die Felder sind für einen verzögerten Start wie folgt auszufüllen:

ServiceConfigure: ist ein Identifier
Name: Name des Dienstes der in der ServiceInstall Tabelle steht, oder der Name eines bereits installierten Dienstes.
Event: 1
ConfigType: 3
Argument: 1
Component_: Name einer Komponente aus der Installation

Der nächste und auch der letzte Punkt ist dem Windows Installer mit der MsiConfigureServices Aktion mitzuteilen, dass ein Service mit den neuen Optionen zu konfigurieren ist.

MsiConfigureServices

Die MsiConfigureServices Aktion wird zwischen der InstallServices und der StartServices gestellt.

Weitere Informationen zu den neuen SCM Funktionen:
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/bb203962(VS.85).aspx

Stefan Hotan
Member of the Ontrex SPA Team

Unable to merge new configuration

Durch die Einführung des Dual-Token in Windows Vista müssen die Setup-Autoren bei der Erstellung von Custom Actions darauf achten, dass Aktionen, welche Änderungen an Per-Machine Ressoucen vornehmen, als In-Script (deferred) Aktionen unter dem System Kontext ausgeführt werden. Nur dadurch wird eine Aktion im Admin-Token durchgeführt.

Bei älteren Installationen kann es vorkommen, dass eine Aktion, welche mit Variablen (Properties) arbeitet, im Immediate Bereich der ExecuteSequence Tabellen ausgeführt wurden. Ab Vista werden diese zum Grösstenteil nicht mehr funktionieren, da diese nun im Standard LPU ausgeführt werden und dadurch zu wenig Rechte besitzen. Im Grunde genommen ist dies auch der richtige Ansatz, denn spätestens bei einem Self-Repair einer Installation mit Standard Benutzerrechten unter Windows XP hätte diese Aktionen das gleiche Problem wie in einem Dual-Token Umfeld.

Davon betroffen ist auch das Borland BDE Merge Module. Wenn diese Merge Module unter Windows Vista oder Windows 7 verwendet wird, so bleibt die Installation mit der Meldung ‘Unable to merge new configuration. Use BDE Amdinistrator to merge your new configuration.’ stehen. Das Fenster muss manuell geschlossen werden.

Unable to merge new configuration

Die Frage stellt sich nun, was muss getan werden, um dieses Problem zu lösen. Die Antwort jedoch fällt nicht so einfach aus.
Wenn man die Log-Datei der Installation ansieht

Doing action: BDEConfig.E966F0CB_76B3_11D3_945B_00C04FB1760A

dann wird dieses Fenster durch die BDEConfig Aktion verursacht. Die Aktion wird nach InstallFinalize im Immediate, sprich im Standard LPU ausgeführt, und dafür ist die Aktion nicht vorgesehen. Leider wurde der Support für die BDE Technologie schon seit einem Jahrzehnt eingestellt. Mittlerweile kann man sogar das Merge Module nicht mehr herunterladen, geschweige denn eine aktuelle, verbesserte Version von Borland beziehen.

Damit die Installation unter Vista ohne die Dialog-Box durchläuft, muss die Kondition in der InstallExecuteSequence Tabelle abgeändert werden. Dieser Eingriff sollte direkt im Merge Module vorgenommen werden (ModuleInstallExecuteSequence Tabelle).

BDEConfig

Mit dem Zusatz ‘AND VersionNT < 600′ wird die Aktion nur noch unter Betriebssystemen vor Windows Vista durchgeführt.

Durch diesen Eingriff wird die BDEMERGE.INI nicht mehr abgearbeitet. Das lässt sich leider nicht verhindern. Diese Funktion muss nachgebaut, sollten Änderungen in der idapi32.cfg vorgenommen werden.

Eine Möglichkeit bietet das Wise Installation System 9, es beinhaltet Funktionen wie Add BDE Alias (Da der BDE Support eingestellt wurde, sind die BDE Funktionen in den aktuellen Versionen des Wise Installation System nicht mehr vorhanden).

Eine weitere Möglichkeit bietet die idapinst.dll. Diese DLL beinhaltet die Funktionen wie MergeCfg oder AddAlias. Die Dokumentation über diese Funktionen sind heute so gut wie unauffindbar. Mann spürt hier ganz klar, dass der Support von BDE schon lange eingestellt wurde.

Wenn nun alle Stricke reissen sollten, dann wäre eine weitere Möglichkeit das betroffene Programm zum Beispiel mit SVS oder APP-V zu virtualisieren, da dadurch eine eigenständige idapi32.cfg verwendet werden kann.

Stefan Hotan
A member of the Ontrex SPA Team

Folder Redirection

Vor allem im Corporate IT Umfeld ist es eine bekannte Gewohnheit gewisse „spezielle“ Verzeichnisse (Special Folders) via Group Policy auf Netzlaufwerke auszulagern (Folder Redirection).  Einige Beispiele hierfür sind:

MSI Property Bezeichnung Standardeinstellung englisches Windows XP
Beispiel Redirection Pfad
AppDataFolder Application Data C:\Documents and Settings\USERNAME\Application Data \\myserver\userhomes$\USERNAME\Application Data
PersonalFolder My Documents C:\Documents and Settings\USERNAME\My Documents \\myserver\userhomes$\USERNAME\My Documents

Diese werden dann je nach verwendeter Architektur mittels Offline-Folders Mechanismus mit dem Client synchronisiert.

Der Windows Installer mag diese Gegebenheit vom Design her nicht, insbesondere wenn diese Lokationen nicht zur Verfügung stehen.

Der Windows Installer initiiert nämlich während der CostFinalize Aktion die gesamte Directory Tabelle und überprüft dabei  die Verfügbarkeit sämtlicher dieser Verzeichnisse, d.h ob sie existieren, beschreibar sind etc.

Ein praxisbezogenes Beispiel: Ein Notebook Benutzer ruft im Hotel zum ersten mal den VPN Client auf, welches ein Self-Repair verursacht damit die Benutzerkonfiguration per-User installiert wird.

Während dieses Self-Healings (gilt auch für ActiveSetup oder Repair) wird diese Überprüfung der „umgeleiteten“ Lokationen in einem Fehler enden, da er nicht auf das Netzlaufwerk  zugreifen kann und somit diese “special folders” überprüfen kann. Folgende Fehlermeldung erscheint:

untitled

Das Programm lässt sich dann überhaupt nicht mehr über die advertised Shortcuts aufstarten.

Lösung

Falls die „Special Folders“ nicht dringend benötigt  werden, also z.B keine Dateien in diesen Ordnern platziert werden müssen, sollte man diese aus der Directory Table löschen.
Der Windows Installer wird dann beim Self-Healing/Active Setup nicht mehr versuchen diese zu überprüfen.

Fabio Di Lorenzo
Member of the Ontrex SPA Team

This Windows Installer file contains upgrade information

Im zweiten Blog über die Wise Nachrichtenfenster, möchte ich auf das ‘This Windows Installer file contains upgrade information. Do you want to search your datasource for the packages to use when creating components?’ eingehen.
upgradeinformation
Die Ursache:
Dieses Fenster erscheint, wenn die Installation Einträge in der Upgrade Tabelle hat.
Warum:
Bei den Anfangszeiten der Windows Intaller Technologie stand die Performance einer Installation sowie deren weiteren Aktionen wie Repapartur, Deinstallation und Update im Vordergrund. Beim Update war das ursprüngliche Ziel, zuerst die neue Version einer Applikation zu installieren und erst danach die alte Version zu deinstallieren. Dies hat zwei Vorteile. Erstens würde bei einem Installationsproblem der neuen Version der Rollback die alte Version wieder herstellen, somit kann der Anwender noch mit der alten Version arbeiten. Zweitens würde bei der Deinstallation der alten Version Zeit gesparrt werden, da nicht alle Dateien deinstalliert werden müssen. Leider hat sich dieses Wunschdenken bis heute nicht durchgesetzt. Alte Installationen werden zuerst Deinstalliert und danach wird die neue Version einer Applikation installiert. Die vielen kleinen technischen Details verhindern oder verunmöglichen es den Applikationsentwickler nach Windows Installer Vorgabe den Update zu erstellen.
Der Wise Windows Installer Editor geht von der ursprünglichen Art des Updates von Microsoft aus (neue Version installieren, alte Version deinstallieren), daher finden wir in den Grundeinstellungen die RemoveExistingProducts Aktion am Ende der InstallExecuteSequence Tabelle.
removeexistingproducts
Die Nachrichten Box selber bedeutet, wenn bei einem Update eine Komponente erstellt wird, so wird der Windows Installer Editor versuchen in alten Installationen diese Komponente zu suchen und bei einem Treffer dessen KomponentenID zu übernehmen.
Best Practices:
Die Antwort zu dieser Frage können Sie mit der RemoveExistingProducts Aktion beantworten. Ist diese in der Installation am Ende der InstallExecuteSequence Tabelle dann können Sie die Frage mit ‘Ja‘ beantworten. Wenn Sie die RemoveExistingProducts Aktion zum Anfang der Installation verschoben haben, oder im Generellen alle alten Intallationen vor einem Update deinstallieren (dies ist die Best Practices), dann können Sie die Frage mit  ’Nein‘ beantworten.
Sollten Sie ausversehen auf ‘Ja‘ gedrückt haben, so passiert nicht besonders viel. Sie verlieren etwas Rechnerzeit, was sich jedoch bei heutigen Systemen nicht wirklich bemerkbar macht. 
Hide Message:
Erstellen Sie folgenden Registry-Key bei der Installation von Wise Package Studio oder Wise Installation Studio, damit diese Meldung nicht erscheint:
HKCUSoftwareWise SolutionsWindows Installer EditorHideMessages
Name: 405
Type: REG_DWORD
Value: 7
Stefan Hotan
Member of the Ontrex SPA Team